Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus gilt als das historische Gedächtnis von Gamshurst. Bereits 1355 wurde eine Kapelle an diesem Ort schriftlich erwähnt, wobei der markante Kirchturm aus dem Jahr 1480 heute das älteste erhaltene Bauwerk des Dorfes darstellt. Die Geschichte des Gotteshauses war über die Jahrhunderte von dramatischen Ereignissen geprägt: 1675 fiel die Kirche während kriegerischer Auseinandersetzungen mit den Truppen des Marschalls Turenne den Flammen zum Opfer, wurde jedoch bald darauf wieder aufgebaut. Das heutige Langhaus entstand im Jahr 1728 – ein Datum, das noch immer über dem einstigen Hauptportal im Westen zu lesen ist.
Ein schwerer Blitzeinschlag im Jahr 1926 markierte einen weiteren Wendepunkt, da er den Turm und das Dach massiv beschädigte. Die Gemeinde nutzte den notwendigen Wiederaufbau für eine Erweiterung des Kirchenraums nach Norden. Auch die Kunst im Inneren erlebte einen Wandel: Die charakteristischen Deckengemälde des Heiligen Nikolaus wurden in den 1970er-Jahren zunächst übermalt, konnten aber 2005 originalgetreu wieder freigelegt werden. Gemeinsam mit dem sechsstimmigen Geläut, das seit 1951 wieder vollständig über dem Ort erklingt, bildet die Kirche heute ein eindrucksvolles Zeugnis für Beständigkeit und lebendige Tradition.
