Sozialstation ist neuer Träger

29.01.2026 |

Badische Neuste Nachrichten, 29.01.2026, Roland Spether
 
So geht es mit Essen auf Rädern im Raum Achern und Renchtal weiter.

Achern. Den Beifall hätte er sich angesichts der epochalen Entscheidung durchaus lauter vorstellen können, so Pfarrer Christof Scherer von der Kirchengemeinde Acher- Renchtal nach der Versammlung der Kirchlichen Sozialstation St. Bernhard.
 
Applaus könnte es bei den etwa 130 ehrenamtlichen Fahrern geben, die im vergangenen Jahr in zwölf Orten knapp 75.000 Essen ausgefahren hatten. Ebenso dürfte deren Kundschaft, in der Regel ältere Frauen und Männer, die durch den besonderen Service in der Lage sind, noch zu Hause zu wohnen, froh sein.
Ins Spiel um die künftige Trägerschaft fürs Essen auf Rädern war im vergangenen Jahr die Sozialstation St. Bernhard gekommen. In der Sitzung des vergangenen Oktobers hatte es Debatten gegeben. Die Veränderung der kirchlichen Strukturen hatte gezeigt, dass die alte Verfassung nicht mehr fortzuführen war.
Der Vorstand der Sozialstation hatte nach einer weiteren Vorstandssitzung nun zur außerordentlichen Mitgliederversammlung geladen. Um die erfolgreiche Aktion Essen auf Rädern stabil zu verorten, waren Beschlüsse zu treffen.
Steuerberater Christian Hoferer erläuterte die Inhalte konkret. Der Verein müsse erklären, den Zweckbetrieb Essen auf Räder von der bisherigen Arbeitsgemeinschaft Achern zu übernehmen, um Wohlfahrtspflege, Altenhilfe und die Förderung des bürgerlichen Engagements in der Altenhilfe zu erfüllen. Weiterhin müssten due laufenden Mittel und Wirtschaftsgüter als freigebige Zuwendung (Schenkung) angenommen werden.
Das eigens für Essen auf Räder zuständige Vorstandsmitglied betrifft der dritte Beschluss. Als Geschäftsführer gilt es, Essen auf Rädern eigenverantwortlich zu führen, dem Vorstand regelmäßig zu berichten. Zusätzlich ist er an Vorstandsbeschlüsse gebunden.
„Wir können zwei neue Mitglieder in die Vorstandschaft wählen“, freute sich Rose Irene Simon als Vorsitzende. Markus Börger stellte sich vor. Er wohne in Wagshurst, engagiere sich in der Kirchengemeinde Acher-Renchtal.
Karl Römer, langjähriger Geschäftsführer der Sozialstation und zuletzt nahezu dauerhaft im Einsatz für die Fortführung, stellte in dessen Abwesenheit Klaus Droll (Lauf) vor. Sofern gewählt, würde er im Sommer seine Aufgabe und Rolle übernehmen können. „Bis dahin soll es eine gute Einarbeitung geben.“ Die Beschlüsse wurden ebenso einstimmig getroffen, wie die Wahl der beiden neuen Vorstandsmitglieder. Für Essen auf Rädern sei nun eine Grundlage geschaffen, so Römer.
Um die Art der Essenszubereitung zu klären, habe man ein Jahr Zeit. „Ende 2026 macht die Krankenhausküche in Achern definitiv zu.“ Dennoch sehe er eine gute Perspektive. Aktuell sei man mit drei Caterern in Verbindung. „Wir sind optimistisch, aber es ist noch eine Nuss.“
So sehen die Mahlzeiten bei Essen auf Rädern in Achern bisher aus. Das aber verträgt sich nicht mit dem „Cook and Chill“-System des Ortenau Klinikums, das voraussichtlich 2028 eingeführt werden soll. Foto: Roland Spether (Archiv)