Badische Neueste Nachrichten, 08.01.2026, Roland Spether
Mit internationalen Liedern und kreativen Lichteffekten überzeugt der Kammerchor St. Bernhard
Achern. Als der Kammerchor in St. Bernhard den alten gregorianischen Choral „Hodie Christus natus est“ – „Heute ist Christus geboren“ in moderner Tonsprache anstimmte, da leuchtete der Christbaum noch einmal ganz hell, es wurde andachtsvoll und weihnachtlich.
Mit diesem Gesang wie aus einer fernen Welt wurde am Dreikönigstag noch einmal mit dem „Chor der Engel“ die immer noch sehr aktuelle Botschaft „Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Friede den Menschen“ verkündet. Damit wollte Kantor Frank Hodapp mit seinen Sängerinnen und Sängern den zentralen Kern des christlichen Weihnachten zum Klingen bringen und gleich zum Auftakt der „Europäischen Weihnachten“ deutlich machen, worauf die Lieder und die Musik der Instrumentalisten zielen. Bei dieser Weihnachtsreise über Ländergrenzen hinweg wurde eindrucksvoll belegt, dass es gerade der Musik gelingt, trotz unterschiedlicher Klangfarben zum Geschehen von Bethlehem das Verbindende von Weihnachten festlich zum Leuchten zu bringen.
Welche Qualitäten das Konzept der Fautenbacher Chöre mit den vielen jungen Stimmen unter der Leitung von Frank Hodapp hat, wurde in den vergangenen Wochen bei erlesenen Konzerten wie „Veni, veni Emmanuel“ oder dem „Evensong“ belegt. Nun hatte der 2022 gegründete Kammerchor seinen großen Auftritt, bei dem die Besucher mit einem sehr gut disponierten Chor eine gesangliche Qualität von besonderer Güte genießen durften. Frank Hodapp formierte einen Chor mit aus- oder vorgebildeten Stimmen, ist mit diesen auf einem hohen Niveau unterwegs und bietet jungen Talenten die Möglichkeit, nach ihrer Karriere bei den Kinder-, Jugend- und Jungen Chören auf einem anspruchsvollen Level zu singen. Dazu gehört es wie jetzt beim Europa-Konzert, die erlesenen Chöre wie das schwedische „Julenatt“, das isländische Marienlied „Eg vil lofa eina þá“ oder das französische „Cantique de Noël“ in der Landessprache zu singen. Das war für alle eine weitere Herausforderung in der Vorbereitung des Konzertes, in dem sich viel gesangliches Herzblut in Kombination mit geschulter Stimmkultur zu einem glänzenden Konzert mit viel Weihnachtsfreude formte. Dieses wurden durch die kreativen Lichtspiele von David Falk bereichert, mit denen die wundervollen Lieder im Takt noch eine farbliche Note bekamen.
Von Nordeuropa ging die Reise über die Slowakei nach Spanien, als mit der modernen Weihnachtskantate „Navidad nuestra“ in sechs Bildern und mit facettenreicher Rhythmik und temperamentvollen Melodien die Geschichte der Heiligen Familie von der Verheißung des Engels für Maria bis zur Flucht nach Ägypten erzählt wurde. Mit „Still, weils Kindlein schlafen will“ und „Es ist ein Ros entsprungen“ führte der Weg zurück ins weihnachtliche Deutschland, bevor zum großen Finale aus vollem Herzen noch einmal die „Jingle Bells“ kräftig läuteten.
Mit Liedern in der jeweiligen Landessprache sorgt der Kammerchor an St. Bernhard noch einmal für festliche Weihnachtsfreude. Foto: Roland Spether